SCHARRWÄRME

Staatliche Förderung: So gibt es Kohle für Ihre neue Heizung

Bis 2030 möchte Deutschland mit Hilfe des Klimapakets seine CO2-Emissionen deutlich verringern. Wer mit dem Gedanken spielt, seine alte Ölheizung gegen eine umweltfreundliche und energiesparende, neue Heizung auszutauschen, schreckt oft vor den hohen Kosten zurück, die damit verbunden sind. Was viele aber nicht wissen: Die Regierung unterstützt die Heizungssanierung mit attraktiven Angeboten und Fördermitteln! Welche Institutionen hierfür verantwortlich sind, welche Kosten genau gefördert werden und wie viel Förderung möglich ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhaltsübersicht:

Wer hat Anspruch auf die Förderung und welche Voraussetzung muss erfüllt sein?

Anspruch
Anspruch auf die Fördermittel haben alle privaten Hausbesitzer, die ihr Gebäude vermieten oder selbst darin wohnen. Dabei sind die Sanierungsmaßnahmen für jeden Eigentümer individuell, denn jedes Haus ist von seiner Bauart unterschiedlich und nicht jede Art der Modernisierung ist in allen Gebäuden umsetzbar. Informieren Sie sich vorab also unbedingt bei einem Energieberater, welche Möglichkeiten Sie in Ihrem Haus haben, denn die Art der Sanierungsmaßnahme entscheidet letztendlich auch, welche Institution für die Förderung die richtige ist.

Voraussetzung
Bei allen Förderprogrammen gilt es unbedingt zu beachten, dass der Antrag auf Heizungs-Förderung vor der Beauftragung der Maßnahme erfolgt. Nachträglich eingereichte Anträge werden nicht beachtet und förderfähige Kosten müssen selbst getragen werden.
Unter förderfähigen Investitionskosten versteht man die Anschaffungskosten des geförderten Wärmeerzeugers, Kosten für die Installation und Inbetriebnahme sowie die Nebenkosten für Arbeiten, die für die Vorbereitung und Umsetzung der förderfähigen Maßnahme notwendig sind (Umfeldmaßnahmen).

Welche Förderprogramme gibt es für den Austausch meiner Heizung?

BEG
Seit Januar 2021 ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die erste Anlaufstelle für die Heizungsförderung (BEG-Förderung). Sie vereint sämtliche Förderprogramme des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unter einem Dach, sodass sämtliche Förderangebote mit nur einem Antrag bei einer der Institutionen beantragt werden können. Mit der Einführung der BEG wurden die einst zehn verschiedenen Teilprogramme zu drei Teilprogrammen zusammengefasst und neu organisiert:

BEG Wohngebäude (BEG WG)
BEG Nichtwohngebäude (BEG NWG)
BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Die Teilprogramme BEG WG und BEG NWG können für Fördermaßnahmen in Anspruch genommen werden, die Neubauten oder die Modernisierung/Vollsanierung von Wohn- oder Nichtwohngebäuden betreffen (KfW-Effizienzhaus oder Erfüllung des KfW-Effizienzhaus-Standards).
Wohngebäude sind z. B. Eigentums­wohnungen, Ein- und Mehr­familien­häuser oder Wohnheime.
Nichtwohngebäude sind z. B. Gewerbe­gebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser.

Das Teilprogramm BEG EM beinhaltet einzelne Sanierungsmaßnahmen und Kombinationen für bestehende Gebäude (Wohn- und Nichtwohngebäude; z. B. neue Heizungsanlagen, Gebäudedämmung, etc.). Heizungssanierungen können mit bis zu 50 % gefördert werden!

Finanzamt
Neben der BAFA-Förderung und der KfW-Förderung der BEG besteht noch die Möglichkeit, eine Steuervergünstigung durch das Finanzamt als Zuschuss für Maßnahmen zur energetischen Sanierung zu erhalten.

Förderung aus der Region
Manche Städte und Kommunen bieten zusätzlich eine regionale Förderung, welche die Einwohner beim (Um-) Bau der alten Wohnhäuser zu (energie-) effizienten Gebäuden unterstützt. Informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Amt, ob es für den Austausch Ihrer alten Heizung zu einer neuen Heizung einen Zuschuss gibt.

Bei welchen Institutionen kann ich welche Förderung beantragen?

BAFA-Förderung und KfW-Programm
Bei der BAFA beantragen Sie die Zuschussförderung für BEG EM.
Bei der KfW beantragen Sie ab dem 01.07.2021 die Kredit- und Zuschussförderung für BEG WG und BEG NWG sowie den KfW-Kredit für BEG EM. Für alle Anträge vor dem 01.07.2021 läuft die Kreditförderung für Einzelmaßnahmen, Wohngebäude und Nichtwohngebäude weiterhin wie gewohnt über das Förderprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren (EBS)“ der KfW. Ab 2023 ist geplant, dass die BAFA alle Zuschussförderungen der BEG und die KfW alle Kreditförderungen der BEG übernimmt.

Finanzamt Steuerbonus
Sollten Sie den Antragszeitpunkt für die BAFA- oder KfW-Förderung verpasst haben, ist der Steuerbonus eine gute Alternative. Dieser kann nämlich auch nach Beauftragung der Sanierungsmaßnahme über die Einkommensteuererklärung beantragt werden. Bis zu 20 % der Einkommenssteuerlast werden Ihnen über den Zuschuss der Steuervergünstigung erlassen, wenn Sie den Bonus für die Heizungsmodernisierung oder Dämmarbeiten an Ihrem Haus verwenden, wobei die steuerliche Förderung auf 40.000 € in einem Zeitraum von drei Jahren begrenzt ist. Als Voraussetzung für diesen Steuerbonus muss Ihr Haus mindestens zehn Jahre alt sein und Sie müssen selbst darin leben.

Wie setzt sich die Höhe der Heizungsförderung zusammen?

Das Angebot an Heizungsanlagen ist groß. Einen guten Überblick über die wichtigsten Heizungsanlagen mitsamt ihren Vor- und Nachteilen haben wir Ihnen in unserem Beitrag "Die Qual der (Heizungs-)Wahl: Die wichtigsten Heizungsarten im Vergleich" zusammengefasst. Sollten Sie bereits wissen, welche Heizung Sie einbauen werden, kümmern Sie sich im nächsten Schritt um die Förderung. Aber wie viel finanzielle Unterstützung dürfen Sie überhaupt erwarten?

Mit der BAFA-Förderung können Sie bis zu 50 Prozent Zuschuss für Ihre neue Anlage erhalten; sie soll u. a. auch die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien bei Heizungen fördern. Dabei setzt sich die Höhe der geförderten Investitionen aus einem festgelegten Grundförderungsbetrag, einer evtl. vorhandenen Austauschprämie der alten Heizung und weiteren, individuell anpassbaren Faktoren zusammen.

Grundförderung
Grundsätzlich hängt die Höhe der gesamten, staatlichen Förderung immer von den förderfähigen Kosten der energetischen Maßnahme ab. Das heißt, der im besten Fall erneuerbare Wärmeerzeuger muss gewisse, technische Mindestanforderungen für den Klimaschutz erfüllen, damit die förderfähigen Investitionskosten geltend gemacht und mit einer maßnahmenabhängigen Grundförderung bezuschusst werden. Die Höhe des Grundförderungsbetrags richtet sich dabei nach der Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit der Heizung, wie zum Beispiel ob diese mit erneuerbaren Energien betrieben wird und wie hoch der jeweilige CO2-Ausstoß ist.

Austauschprämie
Wenn Sie von Ihrer (alten) Ölheizung auf eine neue Heizung mit erneuerbaren Energien umsteigen erhalten Sie weitere 10 % Austauschprämie.

Sanierungsfahrplan (iSFP)
Es gilt zu beachten, dass jede Heizungsanlage ihre eigenen, individuellen Anforderungen hat. Nicht jeder Hauseigentümer hat beispielsweise die Möglichkeit, sich eine Solaranlage aufs Dach zu bauen. Um alle möglichen Optionen abzuwägen empfiehlt es sich, einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) von einem Energie-Effizienz-Experten erstellen zu lassen. Dieser iSFP bringt Ihnen zusätzliche 5 % Förderung für die Sanierung Ihrer Heizung.

Beispiel
Nehmen wir an, Sie haben sich mit einem Energieberater zusammengesetzt und mit ihm gemeinsam einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellt, bei dem Sie alle möglichen Optionen für Ihr Gebäude durchgegangen sind, dann erhalten Sie vorab 5 % iSFP-Bonus. Entscheiden Sie sich beispielsweise nun für eine Heizung, die mit regenerativen oder biologischen Brennstoffen betrieben wird (z. B. Pelletheizung oder andere Biomasse-Anlagen), erhalten Sie dafür die höchstmögliche Grundförderung von 35 %. Wenn sie davor ausschließlich mit Öl geheizt haben, erhalten Sie weitere 10 % Austauschprämie obendrauf. So erhalten Sie am Schluss bis zu 50 % Förderung für die Sanierung!

    Wie viel Förderung bekomme ich für meine neue Heizung?

    Sie haben sich bereits mit der Sanierung Ihrer Heizung auseinandergesetzt, wissen aber nicht, mit wie viel Grundförderung von der BAFA Sie rechnen können? In unserer Übersicht finden Sie die Antwort:

    Öl-Brennwertheizung

    Öl-Brennwertheizungen werden ausschließlich mit fossilen Brennstoffen betrieben. Der Austausch einer alten Heizung zu einer neuen Heizung ermöglicht zwar eine Energie- und CO2-Einsparung von bis zu 30 %, doch man erhält dafür keine Förderung vom Staat.

    Nichtsdestotrotz ist es auch mit einer Öl-Brennwertheizung möglich, das erneuerbare Wärmegesetz (EWärmeG) in Baden-Württemberg schnell und günstig einzuhalten. Dies gelingt mit dem Einsatz von Bio-Heizöl und der Erstellung eines Sanierungsfahrplans.

    Öl-Hybridheizung

    Eine Öl-Hybridheizung ist eine förderfähige Anlage, bei der sowohl Öl als auch erneuerbare Energien (z.B. Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse) zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden. Dieser Anteil an erneuerbaren Energien zählt zu den förderfähigen Kosten, für die man anteilig eine staatliche Förderung von bis zu 30 % erhält.

    Weitere Vorteile beim Wechsel zu dieser Heizungsart:

    • 30 % Energieeinsparung
    • 40 % CO2-Einsparung
    Gas-Brennwertheizung (Renewable Ready)

    Wenn eine Gasheizung "Renewable Ready" ist bedeutet dies, dass man sie nach der Inbetriebnahme nachträglich noch zu einer Hybridheizung auf Basis von erneuerbaren Energien umwandeln kann – die Gasheizung ist auf die Einbindung regenerativer Energien „vorbereitet“. Wie die Öl-Hybridheizung erfolgt die Wärmeerzeugung dann sowohl über fossile Brennstoffe als auch erneuerbarer Energien (Wärmepumpe-, Biomasse- oder Solarthermie-Anlage).
    Für den Einbau dieser neuen Gasheizung erhalten Sie bis zu 20 % Förderung.

    Weitere Vorteile beim Wechsel zu dieser Heizungsart:

    • 25 % Energieeinsparung
    • 40 % CO2-Einsparung
    Gas-Hybridheizung

    Wie bei der hybriden Ölheizung erfolgt die Wärmeerzeugung bei der Gas-Hybridheizung aus einer Kombination von Gas-Brennwertgeräten und erneuerbaren Energien. Für die Umrüstung auf diese Art von Heizung erhalten Sie Fördermittel von bis zu 30 %.

    Weitere Vorteile beim Wechsel zu dieser Heizungsart:

    • + 10 % für den Austausch der Öl-Heizung
    • 35 % Energieeinsparung
    • hohe Versorgungssicherheit
    • 50 % CO2-Einsparung
    Wärmepumpe

    Es gibt Sole-Wasser-Wärmepumpen, Wasser-Wasser-Wärmepumpen oder Luft-Wasser-Wärmepumpen. Unabhängig davon, welche der drei Heizungsanlage man einbaut gilt, dass Wärmepumpen bis zu 35 % Förderung erhalten.

    Weitere Vorteile beim Wechsel zu dieser Heizungsart:

    • + 10 % für den Austausch der Öl-Heizung
    • 40 % Energieeinsparung
    • nahezu CO2-neutral bei Nutzung von Ökostrom
    Pellet-Kessel

    Pellets gehören zu den nachhaltigsten Brennstoffen, denn sie stoßen bei der Verbrennung lediglich das CO2 wieder aus, welches als Baum damals gespeichert wurde. Kein Wunder also, dass der Staat für eine neue Heizung mit Pellet-Kessel eine höhere Förderung von bis zu 35 % gewährt.

    Weitere Vorteile beim Wechsel zu dieser Heizungsart:

    • + 10 % für den Austausch der Öl-Heizung
    • 50 % Energieeinsparung
    • nahezu CO2-neutral

    Neben der Grundförderung wirken sich auch der iSFP-Bonus sowie die Austauschprämie auf die maximale Höhe der Gesamtförderung aus. Bei der Heizungswahl spielen aber nicht nur staatliche Zuschüsse, sondern auch Nachhaltigkeits-Aspekte eine Rolle - schließlich wurde das Klimapaket zum Wohle unserer Umwelt und der damit verbundenen Reduzierung des CO2-Ausstoßes erlassen.

    Mit nur einem Blick können Sie in unserer Tabelle nachschauen, welche Heizung mit bis zu wie viel Prozent Gesamtförderung von der BAFA bezuschusst wird und wie hoch die jeweiligen Energie- und CO2-Einsparungen sind.

    HeizungsartGrundförderungAustauschprämieiSFPmaximale GesamtförderungEnergieeinsparungCO2-Einsparung
    Öl-Brennwertheizung--5%5%30%30%
    Öl-Hybridheizung30%-5%35%30%40%
    Gas-Brennwertheizung ("Renewable Ready")20%-5%25%25%40%
    Gas-Hybridheizung30%10%5%45%35%50%
    Wärmepumpe35%10%5%50%40%nahezu 100% bei Nutzung von Ökostrom
    Pelletkessel35%10%5%50%50%nahezu 100%

    Was muss ich bei der Antragstellung beachten?

    Bevor Sie einen Antrag auf Förderung bei der BEG stellen, müssen Sie sich zuerst ein Angebot, bzw. einen Kostenvoranschlag von einem Fachhandwerker einholen. Erst wenn Sie diesen vorliegen haben, können Sie Ihren Antrag bei der BAFA oder der KfW auf dem jeweiligen Onlineportal stellen. Bitte vergessen Sie nicht, dass Sie den Antrag unbedingt vor der Beauftragung der Maßnahme stellen müssen, damit Sie einen Zuschuss oder Kredit für die förderfähigen Kosten gewährt bekommen. Beauftragen Sie Ihren Fachhandwerker erst mit der Maßnahme, wenn Sie die Eingangsbestätigung Ihres Antrags bei der jeweiligen Institution erhalten haben. Nach der fachgerechten Installation Ihrer neuen Heizung erhalten Sie den erforderlichen Nachweis über die Durchführung der Maßnahme.

    Alles geschafft? Dann lehnen Sie sich gemütlich zurück! Von nun an heizen Sie umweltschonend zu geringeren Heizkosten.

    Sie haben Fragen zum Thema Heizung und Energiewechsel?

    Schreiben Sie uns! Wir helfen gerne weiter.

    Weitere Informationen zum Thema Heizungsmodernisierung finden Sie hier:

    1. Teil: Verbot und Austauschpflicht für Ölheizungen? Diese Regeln gelten!

    2. Teil: Die Qual der (Heizungs-)Wahl: Die wichtigsten Heizungsarten im Vergleich

    3. Teil: Staatliche Förderung: So gibt es Kohle für Ihre neue Heizung