Pressemitteilung vom Sep 26, 2019

Stellungnahme der Friedrich Scharr KG zur aktuellen Entwicklung bei natGAS

Stuttgart. Die natGAS AG in Potsdam, an der die Friedrich Scharr KG einen nennenswerten Minderheitsanteil hält, hat am 25.09.2019 Insolvenzantrag gestellt.

Die Gesellschaft war zwar bis gestern weder überschuldet noch zahlungsunfähig, die Finanzierungszusagen der beteiligten Banken reichten allerdings zeitlich nur bis zum 30.09. dieses Jahres. Die seit Monaten intensiv und mit externer Begleitung geführten Verhandlungen über eine Verlängerung der Kreditlinien waren letztlich leider nicht erfolgreich. Somit steht nun fest, dass für die Zeit nach dem 30.09.2019 von Teilen der Banken keine Bereitschaft mehr vorhanden ist, die für das Geschäft der natGAS zwingend notwendige Avalfinanzierung ihrer Lieferantenkredite  fortzusetzen. Somit war der Vorstand der natGAS vor diesem Hintergrund gezwungen, den Insolvenzantrag zu stellen.

 

Innerhalb des Gesellschafterkreises gab es in Abstimmung mit dem Vorstand und den Banken langwierige Diskussionen, in denen versucht wurde, ein für alle Seiten tragfähiges Konzept zu entwickeln. Die vor einigen Wochen erfolgte Übernahme des Aktienanteils von Marquard & Bahls durch Scharr, mit dem auch die Zusage seitens Scharr verbunden war, einen höheren Anteil der von Bankenseite geforderten Zusatzsicherheiten zu stellen, war Teil unseres intensiven Bestrebens, die Sanierung und den Fortbestand der natGAS zu sichern. Leider ist allen Beteiligten am Ende die Zeit ausgegangen, die finanzierenden Banken von dem Fortführungskonzept zu überzeugen.

 

Der Aufsichtsrat hat vermutlich dem alten Vorstand zu lange das Vertrauen geschenkt und zu spät erkannt, dass er einerseits mit der Führung der Gesellschaft im aktuellen, sehr schwierigen Marktumfeld überfordert war und andererseits den Aufsichtsrat über die wahre Situation der Gesellschaft bewusst im Unklaren gelassen hat.

 

Rainer Scharr, Aufsichtsratsvorsitzender der natGAS: „Mein Dank gilt dem aktuellen Vorstand der Gesellschaft für sein unermüdliches Engagement in den letzten Wochen beim gemeinsamen Versuch die natGAS noch zu retten und unseren tollen Mitarbeitern in Potsdam. Es ist bedauerlich, dass das, was wir hier in fast zwanzig Jahren aufgebaut haben, jetzt in sich zusammen fällt.“

 

Der Insolvenzantrag der natGAS hat keinerlei Auswirkungen auf die Kunden der Scharr Wärme und deren Erdgas- und Strombelieferungsverträge. Scharr Wärme wird kurzfristig die erforderlichen Hintergrundmaßnahmen einleiten, um die Zusammenarbeit  mit den Energiemarktpartnern möglichst reibungslos aufrecht zu erhalten. Die Versorgung mit Erdgas und Strom ist ohnehin immer gewährleistet.